Von Widersprüchen, Glaubensfragen und Weltbildern (Teil 1)
Diese Datei ist eine Fortsetung des Textes: Vom imaginären Charakter der Psyche


Kurzes Vorwort
Was ist nach Jahren des Nachdenkens und der Diskussion davon übrig geblieben?
Ich versuche, es so kurz und klar wie möglich auszudrücken.
 
Manche Leute sind voller Widersprüche und kämpfen gegen sich selbst.
Doch Widersprüche können dargestellt und aufgelöst werden, daher ist es wichtig, sie anzusehen.
Wer innere Machtkämpfe akzeptiert, der akzeptiert auch leicht Machtkämpfe in der äußeren Welt.
Welche Energieverschwendung. ^^
 
Ich bitte darum, die folgenden Texte langsam zu lesen. Oder mehrmals.
Lassen Sie die einzelnen Teile in Ruhe auf sich wirken.
Der Umfang dieser Texte überschreitet das Konzentationsvermögen des durchschnittlichen Internetlesers bei Weitem. ^^
 



Das Loch in der Psyche
 
Das Wort Psyche enthält manchmal einen leichten Geruch nach Krankenhaus.
Es liegt daran, dass die Psyche ein Loch hat und man könnte es sogar für nötig halten,
neben diesem Loch ein deutliches Warnschild aufzustellen.
 
Der objektive Verstand ist eine gute Sache,
doch wenn er sich selbst betrachtet und kontrolliert,
dann kann das zu paradoxen und absurden Ergebnisssen führen.
 
Ich versuche dieses Loch, das die Psyche hat,
mit ein paar Beispielen zu charakterisieren.
Weitere Beispiele sind möglich, vielleicht findet ihr sogar bessere Beispiele.
Hier ist meine Auswahl:
Wenn wir darunter leiden, daß wir uns ärgern, dann ärgern wir uns über unseren Ärger. Sehr ärgerlich, nicht wahr?
Und weil uns das Paradoxe daran selten auffällt, ärgern wir dann, wie mir scheint, andere.
 
Wenn es uns nicht gefällt, daß wir manchmal Angst haben, dann haben wir logischerweise Angst davor, Angst zu bekommen.
Das Problem ist, daß dabei eine Art unbewußter Hintergrundangst entstehen kann, die dauerhaft bleibt.
 
Wenn wir an uns ein Vorurteil entdecken, dann verurteilen wir womöglich dieses Vorurteil.
 
Wenn ich Haß empfinde, so kann es sein, daß ich dieses Gefühl nicht liebe.
Man blicke in diesen Abgrund. Es kann Selbsthass entstehen, Hass auf sich selbst also.
Und was noch sein kann ist, dass das nicht zur Kenntnis genommen wird und im Unterbewußten verbleibt, oder großzügig darüber hinweggesehen wird, mit anderen Worten also: Der Selbsthass wird verleugnet.
In diesem Falle wird der Selbsthaß meist nach außen projeziert.
 
Ist Langeweile das Problem, das man sich macht, wenn man kein Problem hat?
Wie groß ist das Loch mit der freien Problemgestaltung?
Solcherart sind die Zutaten, die man benötigt,
um einen Depressionsverstärker mit Power-Booster zusammenzubauen.
Und wenn man in diesem Loch etwas sucht, dann kann es sogar sein, dass es dich hineinzieht in dieses schwarze Loch.
 
Was immer du machst, du machst es verkehrt.
Was kannst du tun, wenn du nichts tun kannst?
 
Es nicht gut, mir das zu glauben. Man muß es selbst erforschen.
Doch wenn es stimmt, dann kann man das nur loslassen,
und man wird diesem Unsinn keine weitere Sekunde Zeit mehr geben.
Hier also das Warnschild:
Bitte nicht betreten. Absturzgefahr.
 
____________________________________________
 
Zur weiteren Betrachtung dieses Loches empfehle ich diesen sehr witzigen Text von Kurt Tucholsky:
 
Zur soziologischen Psychologie der Löcher
Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist.
Das Loch ist ein ewiger Kompagnon des Nicht-Lochs: Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut. Wäre überall etwas, dann gäbe es kein Loch, aber auch keine Philosophie und erst recht keine Religion, als welche aus dem Loch kommt...
weiter geht es hier
 

 

Von Widersprüchen, Glaubensfragen und Weltbildern (Teil 2)


(Zwei Mal etwa das Gleiche, jedoch auf ganz verschiedene Weise ausgedrückt)
 
Der erste Teil beschäftigte sich mit dem Loch in der Psyche.
Wenn ich nun das Ganze in einem kurzen Satz zusammenfasse, was kommt dabei heraus? Na?
 
Mache dir kein Bild von dir selbst.
 
Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir:
Es ist gar nicht so wichtig, sich mit tiefenphilosophischen Themen oder mit der asiatischen Weisheit
auseinanderzusetzen wie zum Beispiel: Gibt es überhaupt ein Ich oder ist das Ego eine Illusion?
Daraus ergibt sich dann die Frage, ob es überhaupt einen freien Willen geben kann.
Wir könnten das tun, jedoch führt das zu langen kontroversen Diskussionen, die vor allem in politischer Hinsicht schwierig werden.
Auch hier gibt es Auswege, man könnte Bücher schreiben als Einleitung, doch wir überspringen das.
Das viel Wichtigere und Einfachere ist:
Mache dir kein Bild von dir selbst.
Wobei aber der mystische Standpunkt: Das Ego ist eine Illusion, nichts anderes bedeutet, als dass sein Selbstbild eine klare Fehlanzeige ist.
Das ganze Thema ist also schon integriert und sozusagen gebrauchsfertig zubereitet. ;-)
 
Wenn man einem Bild entsprechen will, das man sich von sich selbst gemacht hat,
dann kann das die Ursache von regelmäßig wiederkehrendem psychischem Leid, Depressionen, innerem Kampf und Stress sein.
Ein Leben in ständigem Auf und Ab.
 
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt?
Oder anders gesagt: Ein Leben zwischen Hybris und Nemesis?
Mit sehr hohem Seegang?
Ein fehlendes Selbstbild deaktiviert diese Funktion.
 
Was bedeutet nun: Mach dir kein Bild von dir selbst?
Ich stelle jetzt den Gegensatz dazu dar:
Würde ich sagen: Mache dir kein Bild von der Aussenwelt, dann geht das nicht,
denn der Unterschied ist schuld daran, dass man was erkennen kann.
Du wärst blind, sozusagen völlig losgelöst wie Major Tom. Das kann nicht funktionieren.
 
Ich will damit sagen, dass mit der Innenwelt anders umzugehen wäre als mit der Außenwelt.
Und ich behaupte das, weil der Verstand ein sehr gefährliches Instrument ist.
Ich erlaube mir, kurz den Verstand mit einem Schwert zu vergleichen.
 
Manche Internetdebatten gleichen einem Fechtkampf.
Es gibt Regeln, nach denen man kämpfen muß.
Oft gewinnt die schärfere Klinge.
Und er ist ein Werkzeug. Man kann damit Dinge teilen, zerlegen, analysieren.
Sollte man aber versuchen, die Wunden der eigenen Psyche/Seele damit zu heilen,
so muß man sich nicht wundern, wenn sie noch stärker bluten.
 
Es könnte also sinnvoll sein, den Verstand kurzzeitig aus der Hand zu legen, wenn man merkt, dass man sich damit wehtut.
 
Das erinnert jetzt natürlich an gewisse Mediationspraktiken, mit denen man versucht, den Verstand abzuschalten.
Viele davon unterdrücken allerdings den Verstand nur. Und es gibt auch Missbrauch,
das "Abstellen des Verstandes" funktioniert dann so: Bist du erst gehirnamputiert, dann läuft alles wie geschmiert.
 
Das ist nicht Sinn der Sache.
Die einzige Meditationsmethode, die aus meiner Sicht wirklich funktionieren kann, ist die urteilslose Selbstbeobachtung.
Bei der urteilslosen Selbstbeobachtung erlebt man etwas.
Vor allem, wenn es gelingt, den eigenen Reaktionen auf das, was man denkt, urteilslos zusehen zu können.
Also die eigenen Reaktionen in die urteilslose Beobachtung mit einzubeziehen.
Wie lange kannst du dir zusehen ohne einzugreifen?
Da kommt einiges zum Vorschein.
Und das Urteilen ist das Fresschen des Verstandes, die Substanz von der er lebt.
Ganz plötzlich ist er kurz weg, wenn man ihm seinen Treibstoff wegnimmt.
 
Die urteilslose Selbstbeobachtung ist eine alte buddhistische Tradition, die allerdings eher aus dem Zen-Buddhismus stammt.
Der Spruch: "Was kannst du tun, wenn du nichts tun kannst?" ist übrigens auch dem Zen-Buddhismus entnommen.
 
Es genügt, den Verstand kurzzeitig aus der Hand legen zu können.
Wie auch immer man es schafft.
Das gilt auch für auch für andere Situationen, in denen Denken viel zu gefährlich ist,
zum Beispiel wenn man extrem kurze Reaktionszeiten braucht auf womöglich unerwartete Ereignisse.
 
Oder habe ich den Reset-Knopf am Hirn übersehen?
Es gibt jedenfalls einen, der auch ohne Kater am nächsten Morgen funktioniert.^^
 



Mache dir kein Bild?
Das kommt uns doch bekannt vor. War da nicht etwas Ähnliches im ersten Gebot Moses?
Aber die Religion ist ziemlich widersprüchlich.^^
Die Religion dient in erster Linie dem Machterhalt. Das wußte schon Erich Fromm:
Gott ist immer der Verbündete der Herrschenden. (Erich Fromm, Psychoanalytiker 1900-1980)
Deshalb ist es auch nicht möglich, Politik und Religion zu trennen.
Auf der anderen Seite enthalten die Religionsbücher auch Wahrheiten und Weisheiten, doch man muß sie suchen,
fast scheinen sie sich zu verstecken.
Letztlich wird die Bibel dadurch zu einem Buch, mit dem man alles „beweisen“ kann, einschließlich das Gegenteil.
 
Bei meinen Religionsforschungen fand ich das vorher Gesagte in der Bibel. Vielleicht wird es dadurch glaubhafter.^^
 
Mache dir kein Bild von Gott. So übersetzt man üblicherweise das erste Gebot Moses.
Ich nehme den Widerspruch jetzt witzig, und frage: Was soll das bedeuten? Ein Berufsverbot für Theologen?
Schauen wir einmal genauer hin:
 
2. Mose 20,3: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
2. Mose 20,4: Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
 
Kein Bild und kein Gleichnis von dem was im Himmel, unten auf Erden und unter der Erde ist?
Fehlt noch etwas, um alles zu beschreiben was es gibt?
Damit auch wirklich nichts fehlt, hat man noch „im Wasser“ hinzugefügt?
 
Ist das ganze Universum gemeint? Vielleicht sogar einschließlich aller Paralleluniversen?
Davon soll ich mir kein Bild machen? Ich fürchte sogar, man kann sich davon kein Bild machen, selbst nach heutigem Stand der Wissenschaft.
Und das soll der Gott sein, neben dem ich keine anderen Götter haben soll?
Liebe Leute, wenn ich mir das so ansehe, dann muß ich Moses für einen Pantheisten halten.^^
 
Ich zitiere nun einen Pantheisten. Ich brauche das Zitat hier. Er erschließt sich gleich warum.
 
Ihr gebt selbst zu, daß das Wesen des pantheistischen Gottes nichts ist als das Wesen der Natur. Also gebt auch zu, daß euer persönlicher Gott nichts andres ist als euer eigenes persönliches Wesen, daß ihr, indem ihr die Über- und Außernatürlichkeit eures Gottes glaubt und konstruiert, nichts andres glaubt und konstruiert als die Über- und Außernatürlichkeit eures eignen Selbst.
(Ludwig Feuerbach, Philosoph 1804-1872)
 
Der Größenwahn scheint in der Religion eine gewisse Rolle zu spielen.
Und nun kommt nochmals ein Bibelzitat. Ich habe bemerkt, dass bei diesem Bibelzitat manche Leute komplett abschalten.
Hier also bitte nicht abschalten sondern weiterlesen. Denn es könnte dir etwas entgehen.
 
1.Mose 1,27: Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde
 
Der Größenwahnpegel könnte über die Überschwemmungsmarkierung steigen, oder?
Man kann das aber auch ganz anders verstehen.
Jetzt überlegen wir einmal ganz scharf.
Wie sieht Gott gleich wieder aus?
=> Mache dir kein Bild von dir selbst.
 
Und noch etwas:
 
1.Mose 2,17: aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen.
 
Klingt für christliche Verhältnisse erst einmal ziemlich absurd, nicht wahr? Steht aber dort, kannst du nachschauen.
Und wer könnte ein Interesse haben, dass man nicht so genau hinschaut auf Gut und Böse? Klar, die Politik.
Wie ich schon sagte, für die Außenwelt kann so eine Unterscheidungslosigkeit nicht funktionieren.
Also muß es für die Innenwelt gedacht sein.
Mit anderen Worten: hier findet sich der Hinweis zur => urteilslosen Selbstbeobachtung.
 
Damit das Ganze hier am Ende auch noch einen Witz hat, erlaube ich mir, das daraus resultierende Verständnis von Religion und Religionskritik kurzzufassen:
 
Und obwohl es heißt...
Matthaeus 7,1: Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden.
      ...konnte bis heute die sprechende Schlange nicht aus dem Garten vertrieben werden. ^^
 

 

Von Widersprüchen, Glaubensfragen und Weltbildern (Teil 3)


Ein Philosph unlängst bei Heise: Leben wir in einer Simulation?:
...Sollten wir tatsächlich in einer Simulation leben, rät Bostrom, dass wir unsere Simulatoren nicht langweilen sollten, damit sie uns nicht abschalten.
Es könne also sinnvoll sein, interessante Dinge zu tun, die aber gleichzeitig nicht allzu viel Rechenleistung beanspruchen...
 
Diese Html-Datei hat etwa 80 KB, wenn du mal vergleichst, was so mancher youtuber mit ein paar hundert MB rüberbringt?
Spass beiseite. Es ist schon erstaunlich, bis in welche Weiten unsere sogenannte Wirklichkeit hinterfragt werden kann.
 


Kurze Vorbemerkungen.
Sowohl Schopenhauer als auch Krishnamurti haben etwas von dieser Art gesagt:
Der Mensch lebt im Konflikt zwischen dem was ist und dem was sein soll.
Darüber kann man sicher eine Weile nachdenken.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, diesen Widerspruch aufzulösen:
Die Erste: Man lebt ein Leben ohne Illusionen.
Die Zweite: Man flüchtet endgültig in die Utopie und riskiert dabei, den Kontakt zur Realität zu verlieren.
 
Wer lange nach einem Ideal lebt, der wird irgendwann dieses Ideal auch von anderen einfordern.
So wird aus einem Ideal eine Ideologie.
Das Ideal scheint also der kleine Bruder der Ideologie zu sein.
Doch wer ist schon so radikal, alle Ideale zu verwerfen, um die Ideologien loszuwerden?
Das nur nebenbei.
 
Die urteilslose Selbstbeobachtung bringt eine größere Toleranz und Akzeptanz sich selbst gegenüber. Und innere Ruhe. Ist es so?
Wie stellt man sich das Ich eigentlich vor?
Der Mensch hat ein gleichbleibendes Ich, das anscheinend schon vor der Geburt da ist und und es verändert sich auch nicht wenn man alt und krank und dement geworden ist?
Nehmen wir an, du bist bei deinen Kindern. Dann bist du der Vater.
Am Nachmittag besuchst du die Eltern. Dann bist du der Sohn.
Niemand findet das komisch, niemand bekommt eine Identitätskrise oder wird schizophren davon.^^
In meinem früheren Leben war ich ein Hippie und ein Ingenieur. Zwei Identitäten, in denen ich mich wohlfühlen konnte.
Ich war immer froh, aus einer weiteren Identität schöpfen zu können.
Ist vielleicht doch was dran an dem philosophischen Buch von Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele?
Für mich ist es jedenfalls nicht nötig, innere Minderheiten unterdrücken.
Neutralität kann es auch nach innen geben. Buddhas Weg der Mitte behandelt dieses Thema.
 
Man kann auch ganz ohne Ich sein. Das geht aber nur, wenn man alleine ist.
Es wäre ungefähr so, wie wenn man nackt unter die Leute gehen würde. Das wird nicht akzeptiert.
 
Die sogenannte Selbstlosigkeit, ursprünglich einmal ein Bestandteil der Religion, ist praktisch unerträglich geworden.
Und was entdecke ich heute in der Religion?
Interressieren wir uns überhaupt für Gott, oder interessieren wir uns nur für uns selbst, und was mit uns nach dem Tod geschieht?
Was wird da gepredigt? Egoismus in Ewigkeit Amen?
 


Wenn ich alle meine Indienreisen zusammenzähle, dann kommen fast vier Jahre zusammen.
Mit 21 fuhr ich das erste mal nach Indien, die Reise dauerte 14 Monate.
Es gibt einen Inder in mir, der sogar einigermaßen Hindi spricht.
Und diesem Inder wurde ein zyklisches Weltbild beigebracht.
 
Für einen Bauern, noch mehr für einen Ökobauern macht es vielleicht am meisten Sinn.
Die Erde dreht sich im Kreise so wie die Jahreszeiten und so wie die Zeiger an der Uhr.
Im Einklang mit der Natur, so könnte man sagen.
 
Das soll eine Einleitung werden zum Thema Zeit. Eine kürzere Fassung ist mir nicht möglich. Das wird mindestens zweiteilig.

 
Man kann sagen, es handelt sich dabei um einen Eternalismus.
Noch deutlicher zeigt sich das in der "Langzeit-Vorstellung" der Inder.
Eine Geschichte aus der indischen Mythologie wurde einmal mit folgender Einleitung gegeben:
 
Ein Kalpa ist ein Zeitalter, welches in 14 Manvantaras eingeteilt ist.
Jedes Manvantara ist zu Ende nach 71 Durchläufen von den 4 Yugas.
Ein solcher Zyklus von vier Yugas dauert 4 320 000 Jahre.
Es war im 6. Manvantara des jetzigen Kalpas...
 
Dieses Weltbild (mit den 4 Yugas) kennt man übrigens auch bei uns.
Manche sprechen von einem goldenen Zeitalter, darauf folgt ein silbernes Zeitalter,
dann kommt ein bronzenes und schließlich das eiserne Zeitalter.
Bei uns kommen zum Glück keine Jahreszahlen vor, denn diese wären sowieso symbolisch zu nehmen.
 
Wir wissenschaftlich gebildeten Menschen wissen es besser. Wir lachen darüber, oder?
 
Zur Unterstützung dieses Eternalismus verwendet der Hinduismus (und auch der Buddhismus) den Wiedergeburtsglauben.
Heute würde ich es so ausdrücken: Der Wiedergeburtsglaube ist ein (eternalistisches) Selbstbild, das ich nicht akzeptieren kann.
Ein Eternalismus, gleich welcher Ausprägung, könnte für mich, wenn dann nur als Weltbild existieren, nicht aber als Selbstbild.
Dazu möchte ich folgendes bemerken:
Meine ganze Kritik an der Religion entstand in Indien.
Erst als diese Kritik vollständig war, da begann ich mich für die Bibel zu interessieren.
Die fatalen Kritikpunkte am Wiedergeburtsglauben verschiebe ich ans Ende des folgenden 4. Teils.
Falls dich das Thema nicht berührt oder nicht interessiert, dann brauchst du das auch nicht zu lesen.
 
Ich versuche im Folgenden, die mit dem Zeitkonzept im Zusammenhang stehenden Widersprüche aufzuzeigen.
Das betrifft alle Bereiche. Die Innenwelt, die Aussenwelt und sogar die Wissenschaft.
Beginnen wir mit der Innenwelt.
 



Es überraschte mich, als jemand auf einem politischen Blog ganz nebenbei am Ende seines Kommentars
seinen verlorenen Kampf gegen sich selbst erwähnte. Es klang etwas irritiert und er meinte, er wüsste mit seinem neu entstandenen Zynismus noch nicht umzugehen, und wollte uns damit zunächst verschonen.
Ich erlaubte mir dazu folgenden Kommentar zu schreiben:
 
Der verlorene Kampf gegen sich selbst...
Welche Ehrlichkeit, das zu erwähnen. Respekt.
Und welche Möglichkeit, in eine andere Dimension zu gelangen.
Die Seele/Psyche erlebt die Hoffnung als Zeit. Für sie ist es der Zeitbegriff an sich.
Kein Grund sich umzubringen, wenn die Hoffnung gestorben ist.
Viel mehr ein Grund sich in die Zeitlosigkeit zu begeben.
 
Pink Floyd ist bekannt geworden mit Titeln wie "Time" and "Money"
Wer kennt diese Nummer?
High Hopes
aus dem 1994 Album The Division Bell
Das Originalvideo mit dem surrealistischen Film.
Es ist wirklich sehenswert. Entweder das eigebettete Musikvideo ansehen...

...oder hier klicken: https://www.youtube.com/watch?v=7jMlFXouPk8
 
Soweit dieser Beitrag, den ich als Antwort geschrieben habe...
Erstaunlich viel Symbolik enthält das Video. Und zum Schluss: The endless river. Eine Metapher für das zyklische Weltbild.
 


Jeder gute Manager weiß: Wenn man dem Kunden viel Hoffnung machen kann, dann ist er schon jetzt bereit, wesentlich mehr Geld auszugeben.
Die Börsenwerte leben von der Hoffnung, die Immobilienwerte auch.
Gibt es darüberhinaus noch Erwähnenswertes bezüglich unserer "Wertegemeinschaft" ? ^^
Insgesamt zeigt sich die Hoffnung jedenfalls ziemlich gut durchökonomisiert.
 
Man kann die Hoffnung hinterfragen.
Die Hoffnung in der Aussenwelt ist noch harmlos, selbst wenn man in Betracht zieht, dass die Hoffnung immer kurz vor dem Krieg auf den Nullpunkt zuläuft.
Mit der inneren Hoffnung könnte der innere Zeitbegriff verlorengehen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Es besteht Selbstmordgefahr, vor allem bei jungen Leuten.
Es ist also Vorsicht geboten. Und Selbstmordprävention wird ein Thema.
 
Ältere Leute hingegen können der Meinung sein: Die Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendessen.
Übersehen und oft auch verdrängt wird dabei, dass die Hoffnung mit etwas anderem im Widerspruch steht: Dem Determinismus.
Dazu komme ich im Anschluss an das Folgende.
 
Die Hoffnungslosigkeit gebiert Problemlösungen, die sogleich funktionieren. Nicht etwa solche, bei denen man
warten muß, bis man ein besserer Mensch geworden ist. Eine solche Sache ist das Folgende. Es geht um Sex.
 



Sex ist ein blödes Wort. Abgegriffen und verschmutzt.
Es gibt einen Markt, sogar für Kindersex.
Drogen wie Koks und Speed erlauben einen Sexrausch,
Sex wird geraubt, gestohlen und verkauft und Sex sells.
 
Doch es gibt eine andere Seite.
Ohne Sex wäre dieser Planet öd und leer.
Sex hat etwas Elektromagnetisches.
Schwingung und Aufladung und Entladung.
Anziehung und Abstoßung wie bei Magneten.
Eine Energieform?
Doch auch Energie wird geraubt, gestohlen und verkauft.
 
Wenn wieder einmal eine Frau ein starkes Sexual-Feld errichtet, um dich in ihren Bann zu ziehen,
weil sie hofft, so dich leicht um den Verstand bringen zu können,
dann wäre es gut, einen Akku zu haben, der die Energie aufnimmt
und sie zeitversetzt wieder abgeben kann.
 
Das Folgende habe ich in einen kurzen "Witz" verpackt, es bleibt ja nie viel Zeit, etwas zu sagen:
 
Also mir hat jemand erzählt, er denkt jetzt am Anfang beim Sex immer an die Nachbarin,
seitdem schimpft ihn seine Frau nicht mehr, daß er keinen hochkriegt,
und das Geld für das Viagra bekommt jetzt seine Frau als Haushaltsgeld.

 
Das Wort Sexualökonomie geht übrigens ursprünglich auf Wilhelm Reich zurück.
 
Ich verstehe das als Veranschaulichung der sexuellen Blindleistung,
und diese sollte genügen, um den Akku in Funktion zu bringen.
Der Akku ist nämlich schon da. ^^
 
Es könnte immerhin sein, dass das etwas zu tun hat mit Energie-Umwandlung sowie mit der Herstellung der geistigen Ruhe.
Und so blöd es auch klingen mag: Treue und Verlässlichkeit bleiben erhalten. Falls man das will. Es gibt natürlich Leute, die denken nur an Bonobo-Affen. ^^
 
Du könntest mich jetzt einen Lügner nennen, oder?
Okay, damit kann ich umgehen.
Wir warten jetzt einfach auf den nächsten Kreter, der sagt: Alle Kreter lügen.
Nach unserer Lehrmeinung ist das ein logisches Paradox.
Wenn ich aber annehme, der Kreter lügt selbst auch, dann ist dem Paradox die Grundlage entzogen.
Kannst du keine Wahrheit finden weit und breit, dann lügst du am Besten so, dass sich der entstehende Schaden minimiert.
Und Schuldgefühle können krank machen. Das alleine wäre schon ein erheblicher Schaden.
 

Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien. (Karl Kraus)
 



Vielleicht wäre das schon das Wichtigste gewesen.
Doch es gibt noch mehr: Teil 4 und Teil 5. Ich würde es nennen:
Lassen Sie sich in die Zeitlosigkeit entführen