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Zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland
(Henry Commonwood)

Einleitung

Was habe eigentlich ich damit zu tun, habe ich mich oft ernsthaft gefragt. Ich bin erst 1956 geboren, ich habe diese Zeit gar nicht mehr erlebt. Das gibt mir zumindest die Legitimation, mich von dem schlechten Gewissen radikal zu befreien. Aber schon früh habe ich begriffen, daß die Strukturen des Nationalsozialismus bis heute fortleben. Ist vielleicht auf seltsame Weise und in einem übertragenen Sinn der 2. Weltkrieg noch nicht zu Ende?  Was passierte mit der massiven, extrem aufgestauten faschistoiden Kernenergie am historischen Ende des Krieges?  Wie bei jedem Krieg vorher waren die Siegermächte auf die Erkenntnisse und Errungenschaften auch eines Hitlerregimes besonders scharf, sie wurden unkritisch übernommen und weiterentwickelt. Nicht einmal nur die technischen Errungenschaften, sondern auch die psychologischen, und die Medien- und propagandapolitischen Erkenntnisse zur aggressiven Manipulation der Massen wurden verstärkt weitergetrieben. 

Es befremdet und berührt mich sehr seltsam, daß man dieses Thema bis heute nicht wirklich aufgearbeitet hat. Man ist nicht tief in dieses Thema eingedrungen, man hat es nicht hinreichend erforscht, oder es zu verstehen versucht, sei es nun mit den Mitteln der Psychologie, oder mit anderen Disziplinen der Wissenschaft. 
Wir Menschen, die Leben mitunter als Lernprozeß verstehen, haben doch mit heutigem Erfahrungsstand begriffen, daß Erinnerungen aus der Vergangenheit, welche noch Gefühle in uns hervorrufen, im Grunde auf unverarbeitete Vorgänge deuten. Dies ist für mich der beste Beweis, daß es noch etwas aufzuarbeiten gibt, selbst wenn immer wieder darauf hinzuweisen versucht wird, daß dieses nun schon “abgeleistet” worden ist. Aber da gibt es nichts zu leisten, da gilt es, aufmerksam zu bleiben und alle Symptome zu beobachten.
Wie sind z.B. diese merkwürdigen Gefühle beim Betrachten von alten Filmbeiträgen aus dieser Zeit zu deuten?  Man fühlt etwas Abstoßendes, aber gleichzeitig auch eine gewisse Faszination (die man allerdings kaum zugibt), wie bei allen Dingen, die man nicht wirklich verstehen kann. Dies ist nur ein Paradoxon im Erspüren der faschistoiden Energie. Da wird dann schnell ein moralisches Angebot gemacht, um “fertig zu werden”: das schlechte Gewissen. Schlechtes Gewissen ist ein moralisches Druckmittel und überdeckt die Möglichkeiten und Notwendigkeiten eines vollständigen seelischen Aufarbeitens. Man müßte bei einer solchen enormen Schuld, die sich überdimensional aufgeladen hat, schon “unter die Schuld” schauen, um ähnliches zukünftig verhindern zu können.
Aber es ist einfacher, bei diesem Thema zu lügen und zu heucheln und im moralischen Arbeitssinne “schnell damit fertig zu werden.”
 Man gesteht sich die in diesem Zusammenhang auftauchenden paradoxen und nicht klassifizierbaren  Gefühle gar nicht, oder nicht in ihrer ganzen Tragweite ein, um “politisch korrekt” zu sein. Und überkorrekt sein zu wollen, nachdem man sich und einem Volk diese unglaubliche Schuld aufgeladen hat, ist ein weiteres moralisches Mäntelchen. Um die widerstreitenden und vielfältigen Gefühle, die im seelischen Holocaust der nachfolgenden “Söhnegeneration” zu regulieren und loszuwerden, hat man sich einfach entschlossen, zu behaupten, das Thema sei nun genug aufgearbeitet worden. So viel Zeit sei vergangen, daß die Verarbeitung nun einfach abgeschlossen sein muß!
Merkwürdig ist auch, daß gute Aufarbeitungen versucht wurden, die es sogar als Bücher zu kaufen gibt, aber sie wurden nicht als solche erkannt, und sind außerdem, wie ich verwundert feststelle, weithin unbekannt geblieben. Ich erinnere hier an die Bücher von dem Psychologen Arno Gruen, mit den Titeln: “Der Wahnsinn der Normalität”, und “Der Verrat am Selbst”. Allein diese Titel deuten schon darauf hin, in welche Tiefen dieses Thema reicht. 
Wir haben es hier mit einem echten Tabu-Thema zu tun. Wenigstens innerhalb der Grenzen Deuschlands ist es ein absolutes Tabu. Man sollte  nicht offen in der Gesellschaft darüber reden, sonst läuft man Gefahr, daß man aussortiert, abgesondert, für verrückt erklärt, verschwiegen und mundtot gemacht wird.
Die wirkliche Beschäftigung mit diesem Thema schockiert. Sie rüttelt an den Grundfesten unserer Gesellschaftsstruktur, sie richtet sich gegen unsere “moderne” Weltanschauung, die diesen weltweiten Terror angezettelt hat, und ihn auch nach wie vor stützt.

Nun formuliere ich meine neue These:
Durch Tabuisierung und die Belegung mit einem schlechten Gewissen versucht man also, die Gedanken der Menschen in eine bestimmte Richtung zu zwingen, und das nennt man Aufarbeitung.
Der Verdacht drängt sich auf, daß im Täterland die Aufarbeitung des Themas Nationalsozialismus darin besteht, eine wirkliche Aufarbeitung zu verhindern.
Das wiederum kommt daher, daß man an dem faschistoiden System, das vor allem in der Unterdrückung, Ausgrenzung und Ausbeutung besteht, unbedingt festhalten will, weil es weltweit gut funktioniert. Lediglich etwaige Exzesse wie Massenvernichtungen, Konzentrationslager oder korrupte Diktatoren will man bekämpfen. D.h. man versucht nicht, wie es nötig wäre, um die Gespenster endlich zu vertreiben, an die Wurzel zu gehen, sondern nur die schrecklichsten Symptome zu verhindern. 

Mir scheint jedoch: Der faulige Fisch stinkt langsam zum Himmel. Es nützt nichts mehr, sich die Nase zuzuhalten, oder ihn weiträumig zu umgehen. Man wird ihn endlich wegräumen müssen! Und das funktioniert nicht mit moralischer Müllabfuhr. Faschismus ist Energie und Energie läßt sich nur mit machtvoller Gegenenergie auflösen, nicht mit Verboten und Reglements!

Grundlagen: Der Abgrenzungsgedanke

Der Nationalsozialismus hat meiner Meinung nach eine nicht zu unterschätzende spirituelle Komponente. Er entstand ja auch aus einem spirituellen Geheimbund, der Thule-Gesellschaft. Aber dazu mehr in einem späteren Kapitel. Die Aufarbeitung dieses Themas könnte die Intelligenz von uns allen steigern, und dafür sorgen, daß eine große Menschenmenge nicht mehr einverstanden ist mit Bevormundung und Ausbeutung. Diese Thematik hat das Potenzial, wesentliches zu unserer inneren Befreiung von Illusion und Ideologie beizutragen. 

Ich nehme auch an, daß der Nationalsozialismus nicht die Ursache, sondern vielmehr nur die Eskalation einer Angelegenheit ist, die schon viel länger existiert, und die zumindest hier in Europa ihre Wurzeln in der “Pervertierung des Christentums” irgendwann zu Beginn des Mittelalters hatte. Oder kann man die Inquisition und die Versklavung, Ausbeutung und Ausrottung der Indios und Indianer etwa nicht als Brutstätte des Nationalsozialismus betrachten?

Ich nehme an, die Grundlagen für solche Verhaltensweisen sind zu suchen in der weitverbreiteten Meinung: Wir sind getrennt vom Rest der Welt. Ausprägungen dieses Gedankens sind: “Wir sind doch was Besseres”. “Wir haben die Weisheit mit dem Löffel gefressen”. “Wir müssen unseren Glauben anderen aufzwingen”. “Am deutschen Wesen soll die Welt genesen”. “Die Armen sind doch selber schuld, sollen sie doch was arbeiten”.  “Macht euch die Erde untertan”. “Unsere Rasse muß sehr edel sein” usw. usf.
Auch die Mafia setzt auf diese Philosophie. (Cosa Nostra bedeutet wörtlich übersetzt: Unsere Sache) Vielleicht kann man hier darüber nachdenken, warum Kirche und Mafia sich gegenseitig bedingen.
Die wichtigste Form der Abgrenzung in diesem Zusammenhang ist der Rassismus, dessen Wurzel in der Positionierung eines “Außenfeindes” zu suchen ist. Dies geschieht mit der Zielsetzung, eine Gruppe, die an zwischenmenschlichem Mangel leidet, die als Gruppe nicht stark genug ist, mit massiver Energie zu binden und bereit zu machen, einem starken Führer zu folgen.

Und sogar wissenschaftlicherseits kann man an der Idee von der Abgrenzung nicht weiter festhalten. Heisenbergs Unschärferelation weist darauf hin, daß sogar die Annahme von Subjekt und Objekt sich nicht weiter aufrechterhalten läßt. Auch Rupert Sheldrake‘s Theorie von den Morphogenetischen Feldern deutet in diese Richtung. Viele Schriftsteller des sogenannten “New Age” beschäftigen sich mit diesem ernst zu nehmenden Thema, sodaß ich das hier gar nicht vertiefen muß.

Und logisch ist es auch. Wir sind hier auf dem Planeten entstanden. Aus der Natur. Deshalb sind wir ein untrennbarer Teil des Planeten. Die Natur lebt in uns fort. Und wir sitzen alle in einer Welt. Solange wir uns gegenseitig wehtun, wird immer wieder auf uns zurückgeschossen, und sei es auch nur in Form subtiler Gewalt wie aggressiver Werbung und Propaganda oder Manipulation.

Aber viel tiefer noch: Genausowenig, wie es meine Luft oder deine Luft gibt, gibt es mein oder dein Bewußtsein. Die individuellen Inhalte unseres Bewußtseins  mögen sich voneinander unterscheiden, am Bewußsein selbst aber sind wir nur teilhabend. 
Weil wir Menschen aber Angst haben und im Alltag unter Druck stehen, grenzen wir uns ab, und blockieren so den freien Fluß unseres Bewußtsensaustausches. Wir erlauben uns nur begrenzte Gefühle und Mitgefühle, Extasen, oder auch Informationsflüsse.

Und so verwundert es nicht, daß versucht wird, das Bewußtsein des Menschen zu erweitern, ohne aber die vorhandene Abgrenzung auch nur anzutasten. Das aber öffnet Tür und Tor für übersteigertes und falsches Egoverhalten bis hin zum Größenwahnsinn und zu einer Ausbeutung von neuer Dimension.
Sowohl die Grenzen des Landes, wie auch die Grenzen des individuellen Bewußtsein können nicht einfach erweitert werden, denn das verursacht Probleme. Vielmehr müssen die Grenzen aufgegeben werden, um ein grenzenloses Land oder ein grenzenloses Bewußtsein zu schaffen. Das geht aber nur auf dem Weg, Abstand zu nehmen von unserer Abgrenzungsidee, d.h. mit Verständnis und Einfühlungsvermögen, und ohne Expansionspolitik.

Fazit: Abgrenzung schafft Grenzen, Grenzen schaffen begrenzte Menschen und begrenzte Menschen schaffen Ungerechtigkeit. 

Begrenzte Menschen stellen sich gegen die Dynamik des Lebens, schließen den Tod aus und projezieren ihre Angst davor außerhalb ihrer Begrenzungen, auf den Außenfeind mittels Aggression und Zerstörungswut.

Nationalsozialismus in der Esoterik und der Psychologie:

Das, was ich zuvor über die Abgrenzungsidee zu sagen versucht habe, wird von den meisten Leuten schon in den Bereich der finstersten Esoterik geschoben. Dabei erringen die seriösen und etablierten Naturwissenschaften seit einigen Jahrzehnten fortlaufend die Erkenntnis, daß vieles auf dieser Welt Illusion ist. Und die kritische Betrachtung derselben bzw. deren Entlarvung ist ein Anliegen nicht nur der Esoteriker.
Ich kenne die Kritikpunkte an der Esoterik. Man sagt, die New-Age Bewegung kümmere sich weder um Politik, noch um Menschenrechte oder Ungerechtigkeit, sondern schwelge nur in egoistischen Selbsterfahrungstrips. Außerdem stütze und fördere sie das System der Ausbeutung und des Konsums. Sie schrecken nicht einmal davor zurück, die alten Kulturen wie Indianer usw. für ihre Zwecke auszubeuten und zu konsumieren.
Zum Teil stimmt das, würde ich sagen. Zum Beispiel kommt es sogar heute noch immer wieder vor, daß jemand öffentlich (sogar in den Medien) behauptet: Die Juden hätten ein schlechtes Karma gehabt, d.h. sie haben im vorigen Leben gesündigt, und seien sozusagen selbst schuld an ihrer schlechten Behandlung während des 2. Weltkrieges. 
Für mich eine grenzenlose Ignoranz. Denn wenn man etwas weiter denkt, beinhaltet diese Aussage diese ganze Philosophie: Es gibt eine allumfassende Gerechtigkeit, die soweit geht, daß Ungerechtigkeit gar nicht existieren kann. Nur weil wir armen Sünder nicht an unsere ewige Schuld glauben können, vermuten wir, daß es soetwas wie Ungerechtigkeit überhaupt geben könnte. Außerdem ist ist in diesem Gedankengebäude alles vorherbestimmt, es enthebt uns der Pflicht, etwas für mehr Gerechtigkeit zu tun, was uns dann einverstanden werden läßt mit weiterem faschistischem Gedankengut. 
Der Erfinder dieser Philosophie verschweigt uns aber, wieso es dann überhaupt so etwas wie Sünde und Schuld geben kann. Wir haben es hier also mit einer höchst schizophrenen Philosophie zu tun, einer abgegrenzten, in sich geschlossenen Philosophie, die die Augen verschließt vor dem Leiden in dieser Welt.
Nun zeigt aber gerade dieses Beispiel recht gut, wie die Esoterik der heutigen Zeit  faschistoides Gedankengut nicht nur aufgegriffen, sondern sogar weiterentwickelt und verfremdet hat. 
 
 

Vielfach wird bei der Betrachtung des Nationalsozialismus unterschätzt, daß die Wurzeln dieser Bewegung in der Esoterik zu finden sind. Am 17. August 1918 gründet ein gewisser Freiherr Rudolf von Sebottendorf, der in Wirklichkeit aber Rudolf Glauer hieß, den Esoterischen Geheimbund “Thule-Gesellschaft”, von der dann später die NSDAP gegründet wurde. Der Name Thule bezog sich auf das mythologische Land des Nordens, das alte Ultima Thule, das als die Urheimat der Germanen galt. Dieser Sebottendorf war Globetrotter, und ihm ist es wohl auch zu verdanken, daß das alte indische Swastika, ein heiliges Symbol, das magische Hakenkreuzsymbol des dritten Reiches wurde.
Nach nur viermonatigem Bestehen der Geheimloge hat die Thule-Gesellschaft 1500 Mitglieder. Viele ihrer Mitglieder verfügen über Geld, glänzende Beziehungen und zählen zu den Spitzen der Gesellschaft. Deshalb war sie zu diesem Zeitpunkt schon die einflußreichste Geheimorganisation Deutschlands. Bald schon finden finden sich nahezu alle Nazigrößen in den Reihen der Gesellschaft. Z.B. Rudolf Heß, Alfred Rosenberg, und natürlich Adolf Hitler
Schon früh wurde die Thule Gesellschaft zu vertuschen versucht. 1930 wird sie aus dem Vereinsregister gestrichen.
Soviel zur Geschichte.
 

Und nun zu einer allgemeineren Betrachtung esoterischer Gruppierungen. Sehr viele solche Bewegungen fallen immer wieder in das selbe Schema: Zur Gründungszeit sieht alles rosarot aus. Man strebt nach dem Besseren im Menschen, man vermittelt Euphorie, Begeisterung und Ekstase. Es gelingt so, die Menschen zu höherem Einsatz auch für die Allgemeinheit zu bewegen. Jedoch mit dem Kommen des Erfolgs schon zeigen sich die ersten Degenerationserscheinungen, die in Selbstüberschätzung, Größenwahnsinn, und nationalsozialistischem Gedankengut gipfeln. Diese führen dann zu Ungerechtigkeit, sogar zu Mord, Tod und Vernichtung einschließlich Selbstvernichtung und Wahnsinn. 
Ich sage nicht, daß das immer so sein muß, ich sage nicht, daß das für alle solche Gruppierungen gilt, gegolten hat, oder gelten muß, nein, ich sage aber, daß solche Gruppen Fehler gemacht haben, und daß aufgrund der Nichtaufarbeitung dieser Fehler diese immer wieder gemacht werden.
Für meinen Begriff liegt dieser Fehler auf der Hand: Aufgrund der Identifizierung mit einem Ideal (z.B. zum Übermenschen werden zu wollen) wird das wirkliche Leben als niedrig, sündig und verachtenswert entlarvt und eingestuft. Weil man davon Abstand nehmen will, entfernt man sich vom richtigen Leben, und lebt in einer virtuellen Scheinwelt des Führers oder Gurus. Schließlich wird dem Ideal die Wirklichkeit ganz geopfert, und das ist dann auch der Moment, in dem der Wahnsinn beginnt. 
Ich habe für mich erfahren, daß es sehr wohl eine Spiritualität und ein spirituelles Leben gibt, jedoch muß das von der Wirklichkeit ausgehen. Vielleicht kann man die Zukunft verändern, die Vergangenheit und auch die Gegenwart sind nicht mehr veränderbar, daher muß man von ihnen ausgehen, und kann sie nicht verneinen oder ablehnen. Und wenn man der Wirklichkeit zu begegnen versucht, so schafft das Akzeptanz und Toleranz, Eigenschaften mit denen man weiterkommt als mit unrealistischer Verdammung. Eine wirklich spirituelle Handlungsweise wäre also das Beenden der ständigen Verurteilung des Seienden, die bei manchen schon soweit geht, daß sie sogar ihre eigenen Urteile ständig verurteilen. 

Das Problem mit der Autorität

Herausragende Köpfe muß man einschlagen!, sagt man manchmal, und das gilt, so fürchte ich, nicht nur in der Nagel-Werkstatt. 
Es muß doch jemand geben, der uns sagt, was zu tun ist! 
Und man muß sich unterordnen können! 
Das Bedürfnis nach Hingabe pervertiert zum Zwang der Unterordnung.
Das ergibt so etwas wie Autoritätshörigkeit. Freiheit macht Angst. Die Abwesenheit innerer Orientierung schreit nach einem Marschbefehl.
Ich sehe nun das hauptsächliche Problem (in diesem Zusammenhang) in der grundlegenden Philosophie und der sich daraus ergebenden Ideologie, an die die Menschen dann glauben, d.h. die für die Menschen eine wichtige Autorität darstellt. 
In diesem Zusammenhang möchte ich eine Passage aus Arno Gruen - Der Wahnsinn der Normalität - wörtlich zitieren (Seite 15/16):

“...Die Kompliziertheit dieses Wechselspiels zwischen Kind und Eltern liegt darin, daß die Möglichkeit zur Autonomie einerseits in den frühesten Interaktionen zwischen dem werdenden Selbst und seiner Umwelt grundgelegt wird, andererseits aber entscheidend dafür ist, wie weit das Kind Verantwortung für sich selbst übernimmt. Davon hängen alle seine künftigen Beziehungen innerhalb des sozialen Feldes ab. Grundsätzlich kann Verantwortlichkeit sich In zweierlei Richtungen entwickeln; Entweder formt sich das werdende Selbst frei und offen in eigener Verantwortung, oder es überläßt sich fügsam dem prägenden Einfluß anderer. Damit weicht es den Verpflichtungen echter Verantwortung aus.
Die Flucht vor der Verantwortung wird dabei aus dem Bewußtsein verdrängt. Dies muß so sein, weil die Preisgabe der Autonomie durch Unterwerfung unter einen fremden Willen ein elementares Machtspiel in Gang setzt: »Ich werde so, wie du mich haben willst, damit du für mich sorgst. Meine Unterwerfung ist von nun an meine Macht über dich, mit der ich deine Fürsorge erzwinge.« So wird das Sich-abhängig-Machen zur Rache für die Unterwerfung. Dieser Akt beinhaltet mehreres. Erstens übernimmt das Kind die Bewertung der Eltern. Was man Internalisierung nennt, ist also ein Prozeß der Kollaboration durch Unterwerfung. Zweitens bedeutet dies, daß das Kind alles an sich selber zu hassen beginnt, was es in Konflikt mit den Erwartungen seiner Eltern bringen könnte. Und drittens erwächst aus diesem Selbsthaß die Bereitschaft zu immer weiterer Unterwerfung. Damit ist ein Teufelskreis in Gang gesetzt: Unterwerfung und Selbstverachtung bedingen sich wechselseitig. Es ist immer beides vorhanden: Selbsthaß und Selbstverachtung. Doch eben die Selbstverachtung darf nicht gefühlt werden, weil sie unerträglich wäre. Darum muß der ganze Prozeß unbewußt bleiben; er wird verdrängt und verleugnet, und so stürzt man sich blindlings immer tiefer in die Verstrickungen des Machtspiels....”

In weiterer Folge kommt heraus, daß der Mensch, der den Selbsthaß verleugnet, für die Obrigkeit auch über Leichen gehen kann. An Hand von Verbrechern und Nazischergen erhärtet Arno Gruen diese Theorie.

Diese und andere Hinweise haben mich sehr skeptisch werden lassen gegenüber Ideologien und damit zusammenhängenden Autoritäten, ganz egal, ob es sich nun um religiöse, politische, oder (sogar) um wirtschaftliche Ideologie handelt. 
Ich hielte es sogar für angezeigt, die Autorität unserer eigenen Gedanken (vielleicht sogar regelmäßig) zu überprüfen und zu hinterfragen, denn vielfach handelt es sich hier um unkritisch übernommene Ideologie. Solch geistige Übungen setzen allerdings eigene Urteilsfähigkeit und eine wertfreie, offene Begegnung mit der Wirklichkeit, ihren Wurzeln und Verzweigungen voraus. 

Darüberhinaus ist es eigentlich unverständlich, daß gerade in unserer westlichen Welt, die so viel Wert auf Individualismus und Unabhängigkeit legt, der Mensch so denkfaul ist und immer Vordenker braucht. Aber: wer nicht nachdenkt, kann nicht vordenken! Vielleicht liegt es an dem übersteigerten Verlangen nach Sicherheit und Bequemlichkeit, daß wir es vorziehen, aus 2. Hand zu leben, und die Welt nicht selbst zu entdecken. Und natürlich ist da die Angst, in die Krise zu geraten, deshalb wird die Krise, in der sich die Welt ja zweifellos befindet, weiterhin verdrängt.
Man steht ziemlich alleine, wenn man ernsthaft nach Freiheit sucht. Denn Freiheit bedeutet auch Leere, sich an nichts halten können, die ganze Verantwortung des Lebens zu spüren und zu tragen. Aber dafür ergibt sich die Möglichkeit, in Beziehung zu treten zur Intelligenz dieser Welt, die für mich das einzig wahre Aphrodisiakum des Lebens und die Freude am Überströmen der Grenzen bedeutet.

Das Leben muß hart sein

Vielleicht glauben Sie, es gibt keine wirtschaftliche Ideologie. Jedoch halte ich es für eine Ideologie, wenn behauptet wird: “Das Leben ist hart, denn es ist nicht genug für alle da”. Denn das genau ist die Ideologie der Ausbeutung. Da ist einerseits die Ausbeutung der dritten Welt. Gewisse Konzerne kaufen in Ländern der dritten Welt beispielsweise alle Tomaten auf, um sie zu Tomatenketchup zu verarbeiten. Dieses Ketchup wird dann an ebendiese Länder mit 300 % Gewinn zurückverkauft. Die Menschen dort können sich nicht wehren, Tomatendiebstahl wird schwer bestraft, denn schließlich muß alles in den Export gehen. Die Propaganda, die man heute Werbung nennt, tut ihr übriges, wie wäre es sonst zu erklären, daß in den Ländern Südamerikas vorwiegend Nescafe getrunken wird. Wir alle wissen um diese Vorgänge spätestens seit den 70er Jahren. Trotzdem aber wurde noch nie der ernsthafte Versuch unternommen, daran etwas zu ändern. Auf der anderen Seite der Welt sorgt die vorherrschende Ideologie dafür, daß soviel wie irgend möglich an Energie und Ressourcen konsumiert und verbraucht wird. Trotzdem aber ist auch bei uns alles so eingefädelt, daß das Leben hart bleibt. Weil Grund und Boden vererbt wird, und nicht zum Beispiel vom Staat gepachtet werden muß, ist jedermann gezwungen, einen sehr wesentlichen Teil seiner Lebensenergie dafür zu verwenden, Miete oder Abzahlung mit Zinsen nur für ein Dach über dem Kopf zu leisten.
Auch können von Monopolen oder von Kartellen durch eine Verknappung die Preise in die Höhe getrieben werden. 
Das alles erscheint auf ebendiesen faschistoiden Wurzeln gewachsen zu sein, die in Deutschland zu einer nie geahnten Dimension pervertierten, alle früheren und späteren Ableger mit Energie versorgten und offensichtlich in anderen Ländern, Kategorien und unter anderem Namen weiter ihr Unwesen treiben. Die Frage ist, was da alles an “Bedarf” hochstilisiert wird, um die Ableger weiter mit unserer Bedürfnisenergie zu versorgen.  Ohne die energieintensiven Güter ist ein Leben kaum mehr denkbar, denn wir haben uns davon abhängig gemacht. Fortgeschrittene Abhängigkeit grenzt an Beschaffungskriminalität, wie wir aus der Drogenpolitik wissen, und es gibt nur eine versteckte Moral von “guter” und “schlechter” Abhängigkeit. Abhängigkeit fragt nicht woher der Stoff der Befriedigung kommt.

Dazu kommt noch diese “neue” Philosophie des positiven Denkens. Wer Kritik übt, ist “out”. Man muß das alles positiv sehen, wenn es auch noch so beschissen ist. Und wenn du es nicht tust, wirst du alleine gelassen, und bekommst eine Depression.

Schon lange ist es Zeit, unsere grundlegende Philosophie und die darauf aufbauende Ideologie zu renovieren. In der Wissenschaft ist dieser “Paradigmenwechsel” schon vor ungefähr 30 Jahren vollzogen worden. 

Die “New-Age”-Bewegung hat versucht, diese Erkenntnisse zu vertiefen, und sie einer breiteren Öffenlichkeit zu vermitteln, Da sie aber in der Verbreitung ihrer durchaus wichtigen Erkenntnisse versucht hat, sich der “ allgemeinen Geschäftsbedingungen” im Weltkommunikationsnetz zu bedienen, hat sie mit ihrem tatsächlichen Wahrheitsgehalt nur diejenigen erreicht, die zwischen den Kommunikationsstrukturen lesen können. 
Es genügt nicht mehr, Müll zu trennen! Es geht um so viel mehr jetzt! 

Rein ethisch gesehen würde ich sagen, daß für einen individuellen Menschen ein “Notstand” gilt, wenn er nicht in der Lage ist, seine Grundbedürfnisse zu decken. Mit anderen Worten: Jeder, der Hunger leidet, wird skrupellos und rücksichtslos vorgehen. Um seinen Hunger zu stillen, wird er vielleicht sogar stehlen. Und keiner würde das verwerflich finden. 
Demnach wäre in unserer Gesellschaft sozusagen ein Dauernotstand erklärt.. Denn es ist allgemeiner Konsens, wegen Dingen wie persönlicher Reichtum und Erfolg, die zu den moralischen Grundwerten unserer Gesellschaft zählen, zu jeder Zeit skrupellos und rücksichtslos vorzugehen. Schließlich handelt es sich um die Befriedigung von etablierten Grundbedürfnissen im Sinne der Dynamik des Wettbewerbs.
So müßte man doch eigentlich um die Demokratie fürchten, wenn man bedenkt, daß Menschen, die im Notstand leben, doch sicherlich eine Notstandsregierung bzw. Notstandsgesetze wählen. 

Im Buddhismus gibt es ein Gebot, das lautet: Schlage keinen Profit aus dem Leiden anderer. Unsere sinnentleerte und machtorientierte Religion hier hat dieses Gebot nicht. Es ist ein sehr wichtiges Gebot, geradezu ein ethischer Grundsatz, der immer wichtiger wird, je mehr die Welt vernetzt wird. Hier sehe ich auch die größte Gefahr für unser System, denn ich vermute, der nächste “Hitler” kommt nicht mehr als Politiker. In einer Zeit, in der die Politiker mehr und mehr zu Vasallen der Wirtschaftsbosse und Atlaten der Einschaltquoten verkommen, besteht die Gefahr, daß er als Wirtschaftsboss und teleintelligente Marionette  von einem dieser globalen Multi-Fusions-Konzerne in Erscheinung tritt.
Aber zurück zum Thema. Besonders zur Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges war das Leben hart, wenn auch vielleicht aus anderen Gründen. Zu Zeiten, in denen der Mensch unter dem Druck steht, überhaupt über die Runden zu kommen, besteht für ihn kaum Möglichkeit, sich viel zu überlegen oder sich weiterzubilden. 
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Jemand hat sich sein ganzes Leben brav untergeordnet und sich bucklig geschuftet obwohl er eigentlich gar keine Lust darauf hatte (So offen wird das natürlich nie gesagt). So jemand ist natürlich schnell bei der Hand mit Feststellungen wie: Ich mußte mich fügen, also müssen sich alle fügen. Da könnte ja jeder kommen, und von uns profitieren. Ausländer raus, Minderheiten weg,....

Daher behaupte ich: Der Neid und die innere Leere  sind mit Sicherheit eine der Wurzeln des Nationalsozialismus. Die manipulierte Aversion und der daraus hochgeputschte Haß richtete sich damals ja auch gegen die Intellektuellen (Nichtstuer) und gegen die Juden, die mit der Hochfinanz und der Geschäftemacherei identifiziert wurden. 

Nun fasse ich kurz zusammen: Ich habe versucht, darzustellen, wie die (u. a. christliche Philosophie der)  Abgrenzung den Menschen isoliert vom richtigen Leben und der Welt, ihn entwurzelt, verwirrt und daher einen Drang nach Orientierung schafft. Dieser Drang nach Orientierung verlangt und akzeptiert fast jede bereitgestellte Autorität. Die so entstandene Führung installiert daraufhin ein System, das die Menschen zu polarisieren versucht in einer Art Kasten- oder Klassengesellschaft, um sie zu motivieren. In dieser herrschen dann recht bald schon Neid und Mißgunst.

“Heils”-Visionen

Ich habe weiter oben schon versucht, darauf aufmerksam zu machen, daß die Abgrenzung nicht hält, was sie vielleicht verspricht. Ich kann mich absondern, in Sicherheit bringen, verspricht sie. Der Preis dafür sind aber Trennung, Isolation, Abkoppelung vom natürlichen Informationsfluß, Aufwand für Schein und Grenzen, Kummer, Heuchelei bis hin zu Krieg und Wahnsinn. 

Aber es funktioniert doch, und es ist gängige Praxis, sich abzuschotten, vor allem gegen das Grausame in dieser Welt, kann man aber einwenden. Kein Mensch kann das, was alles an Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Grausamkeit geschieht, mit ständig offenen Augen und Gefühlen ertragen, daher ist es nötig, abzulenken, verzerren und Drogen freizugeben, die vernebeln, die beliebteste und gefährlichste ist der Alkohol.

Das aber hängt damit zusammen, daß wir im Lauf der Jahrhunderte schon so viel Unzumutbares akzeptiert haben, daß wir Menschen gar nicht mehr wissen, wie es ist, ausgeglichen, glücklich und zufrieden zu sein. Wir alle sind krank vor Kummer, Stress und schädlichen Umwelteinflüssen. Und wir haben uns einreden lassen, daß Zufriedenheit keinen Wert hätte, denn nur Unzufriedenheit setzt diejenigen Kräfte frei, die unsere Gesellschaft zum Überleben braucht.
Daher sucht unser Denken auch gewohnheitsmäßig immer nach “Verbesserungsmöglichkeiten”. Wir vergessen darüber aber, daß wir einer Ideologie zum Opfer gefallen sind, die uns absichtlich unzufrieden machen wollte, um auch noch das Letzte aus uns herauszupressen.
Auf diese Weise sind die meisten Menschen in einem Kreislauf gefangen, in dem die Abschottung und Isolierung sie noch schneller unzufrieden und krank macht.

Die Suche nach “Verbesserungsmöglichkeiten” am Menschen selbst, und zwar im Zusammenhang mit einer wie auch immer gearteten Ideologie, führt zur Idee des Übermenschen. Und zwar zu einer Idee des Übermenschen, wie sie auch der NSDAP als Vision vorschwebte. Der (mit sich selbst) Unzufriedene wird sich kaum weiterentwickeln können, schon gar nicht hin zum Übermenschen. Das ist ein wichtiger Punkt, den man aus dieser Problematik lernen kann.

Der nächste Punkt, auf den ich aufmerksam machen möchte, hängt mit dem vorigen aufs Engste zusammen. Eine seelische Weiterentwicklung, die ein Mensch an sich selbst vornehmen möchte, ist kaum erfolgreich, wenn sie an einem Ideal ausgerichtet ist. Die Identifikation mit einem noch so positiven Ideal führt sehr leicht zu einer Verneinung des so negativen Ist-Zustandes in diesem schrecklichen Erdental. Daraus entstehen Lebensfeindlichkeit und Ablehnung alles Sinnlichen, wodurch in weiterer Folge ein Bruch mit der Wirklichkeit, Abgehobenheit, und schließlich Größenwahnsinn sich ergeben. Zuletzt endet das u.U. in Wahnsinn im klinischem Sinne. 
Auch diese Vorgänge haben wir in den zu Ende gehenden Nazi-Zeiten beobachten können.

Wenn wir nun eine Verarbeitung dieser Themen zulassen, dann können wir mit diesen Erkenntnissen auch noch ganz andere Probleme lösen.  Da wäre z. B. die Problematik der Sekten und Psychogruppen. Als Beispiel nehme ich hier die Scientology-Sekte: Es gibt eine genau definierte Ideologie, nach der man sich zum Übermenschen entwickeln soll (Es gibt Aufstiegsmöglichkeiten zum sog. operierenden Thetan, der die Fähigkeit besitzt, u.a. durchs Feuer zu gehen). Die Sekte strebt ganz klar nach Weltherrschaft. (Es werden hauptsächlich Leute akquiriert, die Mittel und Einfluß haben. Im übrigen kann man darüber nachdenken, inwieweit diese Sekte nicht schon im Geheimen Amerika regiert). Und es tauchen immer wieder Meldungen auf, laut derer Mitglieder oder auch ehemalige Mitglieder schwer geschädigt psychiatrischer Behandlung bedürfen.

Das soll natürlich nicht bedeuten, daß alle Glaubensgemeinschaften in Bausch und Bogen zu verurteilen sind, immer ist im Keim die Sehnsucht des Menschen, seine Existenz zu erklären und zu rechtfertigen. Aber solange in einer seelenbildnerischen Arbeit die Machtverhältnisse unausgeglichen sind, wird es zu Perversionen kommen.
Es geht auch nicht darum, alles “heil” zu machen. Betrachten wir die Natur, so ist diese ein chtonischer Kreislauf, der Anfang und Ende, auf und ab, Schmerz und Freude, stark und schwach auf paradoxe Weise vereinigt. Wenn wir uns von unserer eigenen Natur abschneiden, unsere Bedürfnisse nicht von innen heraus bestimmen lernen, werden wir alle weiterhin in der lebensfeindlichen Ideologie eines pervertierten Machtanspruchs zu leiden haben.

Und nun komme ich zu einem Thema, das immer wieder tabuisiert, lächerlich gemacht oder in den Bereich finsterster Esoterik geschoben wurde, obwohl es so alt ist, wie die Menschheit selbst.
Es gibt Menschen, die Heilkräfte haben. Für mich ist das nicht so, daß ich das glaube, sondern daß ich das weiß. Es heißt sogar, daß jeder Mensch über solche Kräfte verfügt, allerdings der eine mehr, und der andere weniger.
Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem Reiki-Meister. (Reiki ist eine fernöstliche Lehre vom Heilen mit Handauflegen.) Er legte mir folgenden Zusammenhang klar: Jemand, der heilt, gibt Energie. Wenn er die Energie nicht ersetzen kann, verbraucht er seine eigene Körperenergie. Nur der Eingeweihte, oder derjenige, der sich über die Energievorgänge bewußt ist, kann diese Energie schnell ersetzen. Das geschieht  u.a. durch Spaß am und im Leben.

Wer bis hierher mitgehen kann, bzw. das Gesagte für möglich hält, für den ergeben sich daraus weitgehende Konsequenzen:
Die Heilenergie oder spirituelle Energie, oder wie immer man das bezeichnen will, ist genau wie jede andere Energie der Ausbeutung unterworfen. Man braucht nur eine geeignete Ideologie entwerfen, um das Energieniveau der Bevölkerung auf einem niedrigen Level zu halten. Zum Beispiel sagt man den Leuten: Ihr müßt viel Gutes tun, und gleichzeitig: Seid enthaltsam, Spaß im Leben ist schlecht bewertet. Es erübrigt sich wohl, extra aufzuführen, daß wir solche Systeme immer schon haben, und welche das sind. 
Gleichzeitig aber halten sich die “Führungsriegen” solcher Systeme völlig frei von diesen Regeln. Hinter verschlossenen Türen wird bei diesen “Geheimbünden” genau den Tabus gefrönt, die den “Normalsterblichen” als Verfehlung mit drastischen Strafen geahndet werden. Die Aufdeckung solcher Tatsachen füllt Gerichtsakten und Weltliteratur. Wir wissen es und trotzdem wuchern diese Systeme wie Krebsgeschwüre weiter.

Während der Zeit des Nationalsozialismus aber hat man, so vermute ich, etwas anders gehandelt: 
Die Nazis wußten, daß sie für ihre Vorhaben nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung, sondern auch deren Energie benötigten. Daher versuchten Sie, die Energie in der Bevölkerung im Fluß zu halten, so daß sie diese nicht nur einmalig, sondern regelmäßig und dauerhaft abschöpfen und ausbeuten konnten.
Dazu wurde auf Sport und Sportveranstaltungen besonderer Wert gelegt. Außerdem gab es Pfadfinder- und Lagerfeuerromantik. Die Jugend wurde besonders ins Visier genommen, usw. Ein Kult der “Reinheit” und “Freude” tat das übrige, um die Menschen mit Energie zu laden. 
Solcherart energetisierte Menschen wurden dann vorgeführt, um Massenveranstaltungen beizuwohnen, in denen mit Lichteffekten und mystischer Stimmung meist des nachts gearbeitet wurde, um den Menschen dieses prickelnde Gefühl in der Wirbelsäule zu entlocken, das unsereins  z.B. von Musikkonzerten oder Technopartys kennt. 
Geschickte “Propagandisten” und Redner versuchten dann, diese Energien, die ohnehin sehr leicht in Begeisterung umzuwandeln sind,  zu lenken und zu kanalisieren. Auf diese Weise geschah es, daß die gesamte Energie des Heils dem Führer, und seinem System zugutekam.

Nach dem Krieg bekam man Angst vor Energien dieser Art. Ich weiß nicht ob das unbewußt, oder bewußt geschah, jedoch kam man überein, auf keinen Fall schlafende Hunde zu wecken. Dazu kam das schlechte Gewissen, das man zurecht haben mußte. So kam es hier in Deutschland in der folgenden Nachkriegsphase zu einer stark ausgeprägten intellektuellen Phase. Man besann sich des kritischen Geistes und diskutierte viel. In den sogenannten 68’ern erfuhr diese Zeit ihren Höhepunkt, aber kurz darauf schon begann das, worauf man eigentlich warten mußte: Eine Modebewegung, welche die unterdrückte Esoterik wieder hervorkramte. Vielleicht ist es auch in diesem Zusammenhang zu sehen, daß es hauptsächlich Deutsche waren, die zu Gurus wie Bhagwan liefen.
Anfangs war dies eine Befreiungsbewegung, aber heute sehe ich in der “Esoterikszene” einen Kampf zwischen Unterdrückungs- und Befreiungsbewegungen, welche beide ihre Claims abstecken wollen, und so ist die ganze Esoterik mit einem für den Laien unentwirrbaren Mischmasch durchwachsen. 
Ich sehe auf jeden Fall die Esoterik selbst nicht als Gut oder Böse an.
Gut oder Böse können aber sehr wohl diejenigen Mächte sein, die sich solcher und anderer Kräfte bedienen.

Vor diesem Hintergrund möchte ich sagen: Heutige Befreiungsbewegungen, oder solche, die sich dafür halten, geben allerdings eher ein etwas jämmerliches Bild ab. Seien es nun die sogenannten Linken, die es eigentlich in dieser Form schon gar nicht mehr gibt, oder aber die Grünen, die genauso nur klagen, und Visionen des Weltuntergangs verbreiten. Es fehlt ihnen an Energie und Begeisterung. Das wurde sehr geschickt eingefädelt von den traditionellen Kräften, die die Askese fordern. Man wird auch hierüber einmal genauer nachdenken müssen.

Wie auch immer: Ich halte es für möglich, daß Zeiten kommen, in denen die schlafenden Hunde wieder geweckt werden, vielleicht sogar geweckt werden müssen. Bis dort hin aber muß das Thema bis in alle Tiefen ausgebreitet und durchgearbeitet worden sein vor den Augen der Öffentlichkeit. 
Denn wenn es wieder geschieht, daß die Ideologen sich dieser Tricks und Mächte wieder bemächtigen können, dann wird sich die Spirale weiter in die Unterdrückung der Seelesuchenden drehen und einen Ausweg verstopfen. Die Folgen sind genausowenig absehbar wie der Holocaust in den Anfängen des Faschismus. 

Zum Schluß möchte ich noch folgendes zum Ausdruck bringen::
Ich habe mir ernsthaft die Frage gestellt, ob das, was ich hier zum Ausdruck bringen will, nun selbst wieder eine Ideologie ist. Denn je mehr man sich den verschiedenen Energieströmen aussetzt, umso schwieriger wird es, Position zu beziehen, sich von den umgebenden Energien abzugrenzen und Lösungsvorschläge zu formulieren, die lebensbejahend sind, ohne nur positiv oder nur negativ zu sein. Es gilt, Zusammenhänge zu erforschen und die nötigen Energien aufzubauen, die starren Reglements die Saugnäpfe lösen.

Und eines möchte ich noch zu bedenken geben:
Es gibt einige grundlegende Haltungen und Gefühle im Menschen, die nicht ausgedacht werden müssen, sondern die sich ergeben aus Menschlichkeit, Mitgefühl und Anteilnahme, und die zu Geboten oder Handlungsanleitungen werden, und zwar ohne daß man darauf Einfluß nehmen muß. 
Dazu ein Beispiel:
Stellen Sie sich vor, sie sehen einen Ausländer betteln am Wege. Ein Mensch, der unschuldig und nichts denkend jemand leiden sieht, der wird aus einem Mitgefühl heraus wahrscheinlich sofort helfen. 
In dem Moment, in dem man seine Ideologie einschaltet, und durch diesen Filter die Welt betrachtet, wird vieles allerdings problematisch. Es kommen Gedanken wie: “Es gibt keine Armut in Deutschland”, oder “Der Mann kann ja zum Sozialamt gehen” oder “Ausländer raus”. Schon in solch einfachen Fällen zeigt sich, daß Ideologie sich gegen die Menschlichkeit stellt, jedes Mitfühlen blockiert, und alle Vorgänge über einen Kamm zu scheren versucht.

Nachwort:

Mein größter Wunsch wäre es, daß man diese Dinge  ernsthaft diskutiert. Diese Thematik hat bis heute eine brennende Aktualität, und berührt eine ganze Menge von Bereichen. Zum Beispel die Armut. Zu diesem Thema hat man zwar parteiübergreifend die Meinung, Armut müsse beseitigt werden, bei der Frage Wie? scheiden sich schon die Geister: Die Einen meinen, man müsse hungrigen Mäulern zu essen geben. Die Anderen aber plädieren eher dafür, Armut zu verbieten, die Slums dem Erdboden gleich zu machen, und die verbleibenden Probleme unter den Teppich zu kehren. Das aber führt zu immer größer werdenden Problemen, bis hin zum Aussterben von ganzen Kulturen. 
So handelt der Mensch auf Grund seiner Abgegrenztheit und Sturheit manchmal äußerst kleinlich und vergrößert die Probleme, die er eigentlich lösen wollte. Eine Chance sehe ich darin, sich solche Dinge in ihrer Gesamtheit bewußt zu machen, und dann sinnvoll und nicht stur zu handeln. 

Dieser Text ist in doppelter Hinsicht völlig frei: Erstens wurde er nicht auf Anforderung geschrieben.  Und zum Zweiten schränke ich die Verbreitung nicht ein. Das heißt konkret: Kopieren und Weiterverbreiten erwünscht !
 
 

Über den Autor:

Es sind sehr seltsame Zufälle, die den Autor bewogen, ja geradezu gedrängt haben, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Hinter dem Pseudonym Henry Commonwood steckt der deutsche Autor  Heinz Adolf  Gemeinhardt, er ist in Braunau/Inn aufgewachsen und zur Schule gegangen. Die Schule, die anfangs noch im Bau war, war zu dieser Zeit provisorisch im ehemaligen Geburtshaus Adolf Hitlers untergebracht. Später arbeitete der Autor einige Jahre in einer Werbeagentur im Industriegebiet von Dachau-Ost.

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